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Information zur geplanten Großgemeinde 18.7.2010
Liebe Pfarrangehörige,
wie Sie aus der Rheinpfalz vom 19.6.2010 sowie der unseren Gottesdienstbesuchern ausgeteilten Kopie von diesem Artikel wissen, ist die geplante Struktur der neuen Großpfarrei am 21.6.2010 im Rahmen eines Pfarrverbandstreffens in Grünstadt vorgestellt und diskutiert worden.
Insbesondere die Frage nach dem Sitz, bzw. dem „Zentralort“ der neuen Großpfarrei hatte im Vorfeld durch voreilige Aussagen in dem Rheinpfalzbeitrag vom 28. April 2010 für heftige Reaktionen unter den Pfarreiangehörigen und in der Öffentlichkeit gesorgt . Darauf hin erfolgten Klarstellungen durch den Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates Thomas M. Adam in der Rheinpfalz. Bei diesem Pfarrverbandstreffen haben sich die Verantwortlichen des Pfarrverbandes sowie aus Speyer klar von der Aussage der „nahezu gewissen“ Standortwahl Hettenleidelheim distanziert und die Sitzfrage als offen deklariert . Im Rheinpfalzartikel vom 23.6.2010 wird dies bestätigt und Eisenberg oder Hettenleidelheim als Sitz-Alternative genannt. Ferner wiesen die Vertreter der Bistumsleitung unmissverständlich darauf hin, dass die Fragen der Struktur und des Sitzes des Zentralortes getrennt von allen derzeit existierenden Personalien beurteilt und entschieden werden müssten. Hier ergäben sich in der Regel für alle Großpfarreien bis 2015 Änderungen, d.h. alle Stellen würden neu ausgeschrieben. Wer also wo in 2015 z.B. Pfarrer oder Hauptamtlicher sein wird bleibt völlig offen und die meisten werden wohl wechseln, so die Aussage der Bistumsleitung.
Vor diesem Hintergrund haben der PGR-Vorsitzende Adam und der Verwaltungsratsvorsitzende Klaus Groß bei dem Pfarrverbandstreffen entschieden für St. Matthäus Eisenberg als Sitz der neuen Großpfarrei plädiert. Anhand einer an diesem Abend durch Adam und Groß vorgelegten ausführlichen Standortanalyse wurden die Argumente für Eisenberg sachlich vorgetragen. Das überzeugendste an dieser Standort-Analyse dürfte sein, dass sie sich ausschließlich an den durch die Bistumsleitung selbst definierten Kriterien für die Auswahl des Zentralortes orientiert. Im Pastoralkonzept 2015 ist unter Pkt. 3.2.1. exakt aufgelistet, was man dort für standortbestimmend hält und als sachliche Grundlage vorgibt . Wir zitieren den genauen Wortlaut:
3.2.1. Die neue Pfarrei und der Zentralort In jeder neuen Pfarrei ist ein Zentralort zu bestimmen.
Der Pfarrer wohnt an diesem Zentralort. Kriterien für die Auswahl des Zentralortes sind:
Die Größe des Ortes,
Die geschichtliche Bedeutung Die kommunale Struktur, Die traditionelle Orientierung zu einem bestimmten Ort als regionalem Zentrum,
Die gute Erreichbarkeit und Verkehrsanbindung, Die gute kirchliche Infrastruktur (Größe der Kirche, Pfarrhaus, Pfarrheim, Parkplätze, Kindertagesstätte, Altenheim, Schulen…).
Diese Konzept-Kriterien und Vorgaben erfüllt St. Matthäus Eisenberg mit deutlichem Abstand im direkten Vergleich mit St. Peter Hettenleidelheim. Dies weist unsere Standortanalyse als Faktenübersicht und Entscheidungshilfe nach. Das Ergebnis dieser Bewertung wurde im Grundsatz weder am 21.6.10 noch in der Folgezeit infrage gestellt. Denn Jedermann weiß auch, dass die Vorgaben des Pastoralkonzeptes verbindlich
sind. Wir gehen daher davon aus, dass sich die Bistumsleitung im wesentlichen an ihre eigenen Regeln hält, denn dies ist unzweifelhaft eine Frage der Glaubwürdigkeit.
Ungeachtet dieser Ausgangslage und abweichend von den Kriterien des Pastoralkonzeptes 2015 erfolgte vor und während des Pfarrverbandstreffens eine Meinungsbefragung aller betroffenen Pfarrgemeinden. An dieser Stelle informieren wir, dass neben den Vertretern der Pfarreiengemeinschaft Hettenleidelheim mit Wattenheim, Carlsberg und Altleiningen, die nicht überraschend für Hettenleidelheim als Zentralort plädierten auch unsere Nachbargemeinde Ramsen eher in diese Richtung neigt. Angeführt wurde insbesondere die zentrale Lage Hettenleidelheims. Wir merken jedoch an, dass es für die Frage nach dem Sitz der Großpfarrei weniger auf den geographischen Mittelpunkt ankommt , denn selbstverständlich muss ein gut ausgewogenes Gottesdienstangebot im ganzen Gebiet der neuen Pfarrei und vor allem in Hettenleidelheim eine gute Erreichbarkeit durch die Gottesdienstbesucher sicherstellen. Dass dies möglich und geplant ist und sich doch in Zukunft vernünftig regeln lässt betonten die Verantwortlichen. Darüber hinaus weist unsere Standortanalyse nach, dass die gewichtete Verteilung aller Einwohner und Gemeindemitglieder auf eine ausgewogenere Situation hinausläuft als gefühlsmäßig erwartet (siehe hierzu die nachfolgende gewichtete Verteilung). Auch steht einer intensiveren Zusammenarbeit von Nachbargemeinden in unterschiedlichen Aktivitäts-Feldern innerhalb der Großgemeinde alleine durch die Festlegung des Sitzes überhaupt nichts im Wege. Selbst wenn Eisenberg als prädestinierter Zentralort nicht exakt in der Mitte des Gebietes liegt wird dies die Zusammenarbeit aller nicht beeinträchtigen und die größte Gemeinde Eisenberg dadurch eher besser mit eingebunden als bisher. Denn die neue Großpfarrei muss ja innerlich so gut wie möglich zusammenwachsen.
Gewichtete Verteilung nach Erreichbarkeit mit PKW:
Eisenberg: 11.599 PG Hettenleidelheim: 7.382
Carlsberg : 3.545
Summe 11.599 Summe:10.927
Ramsen ist ca. gleich weit zu beiden Orten entfernt also neutral einzustufen. (Auszug aus Standortanalyse)
Obwohl das Votum der betreffenden Gemeinden im Pfarrverbandstreffen klar zum Ausdruck kam wurde am Wochenende 28.6 /29.6. eine Befragung der Gemeindemitglieder einiger Nachbargemeinden durchgeführt. Das Ergebnis liegt uns nicht vor, dürfte jedoch nicht überraschend die bestehenden Wünsche der betreffenden Nachbargemeinden bestätigen. Allerdings muss man sich fragen, ob es richtig ist, wie auch schon im Vorfeld entgegen den Kriterien des Pastoralkonzeptes damit Erwartungen bei den Pfarrangehörigen in die falsche Richtung zu lenken und zu festigen. Denn hätte die Bistumsleitung eine Standortwahl durch Abstimmung vorgesehen, dann hätte sie dies in Pkt. 3.2.1. so festlegen oder zumindest als Kriterium mit aufführen können. Hat sie aber nicht!
Leider wurde dies alles im Vorfeld außer Acht gelassen, weshalb sich nun die Auffassungen gegenüberstehen. Deshalb wurde jetzt ein Abstimmungsgespräch zwischen den beiden Seiten vorgeschlagen, um sich eventuell in der Sache anzunähern. Aber der Sitz kann nur einmal vergeben werden und die Beteiligten haben sich hierzu positioniert. Es dürfte also schwierig sein, sich auf dieser Ebene zu einigen, zumal alle Vertreter auf Lokalebene weder Zusagen machen noch Entscheidungen treffen können. Dies ist ausschließlich Sache der Bistumsleitung. Wir werden dennoch den Versuch einer Annäherung der Standpunkte unternehmen.
Mit dieser Informationen an Sie, liebe Pfarreiangehörigen, wollten wir Ihnen Hintergrundinformationen und Transparenz der vor uns liegenden Entscheidung vermitteln. Wir hoffen sehr, dass allen Verantwortlichen bewusst wird, dass wir es uns als katholische Kirche vorort nicht leisten können, die größte Stadt im Donnersbergkreis als städtisches Mittelzentrum und mit Abstand größte Einzelgemeinde durch eine falsche Standortentscheidung derart zu schwächen. Dies würde auch der neuen Großgemeinde schaden. Deshalb werden wir uns mit aller Leidenschaft für die Wirksamkeit der Speyrer Konzeptkriterien einsetzen und für Eisenberg als den sachlich einzig richtigen Zentralort eintreten. Wir empfehlen diese wichtige Zukunftsweichenstellung Ihrem Gebet und hoffen inständig auf die Einsicht aller verantwortlichen Beteiligten.
Thomas M. Adam Klaus Groß
Pfarrgemeinderatsvorsitzender geschäftsführender Verwaltungsratsvorsitzender
Hier die Standortanalyse zum Download

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